GoHenry hat 2018 seine Expansion in die USA erfolgreich abgeschlossen und 2020 eine Finanzierungsrunde in Höhe von 40 Millionen Dollar abgeschlossen, die von Edison Partners, einer auf Beteiligungen spezialisierten Investitionsgesellschaft, angeführt wurde. Diese Runde war entscheidend für das Wachstum des Unternehmens, insbesondere während der Pandemie. Im Jahr 2022 expandierte GoHenry nach Europa durch die Übernahme von PixPay, einer führenden Bank-App für Jugendliche in Frankreich und Spanien, was den Markteintritt in mehrere europäische Märkte ermöglichte. Bis 2024 erzielte GoHenry einen Umsatz von mehr als 40 Millionen Pfund, hatte weltweit 6 Millionen Abonnenten und fusionierte kürzlich mit Acorns, einer US-amerikanischen App für Sparen und Investieren. Diese Fusion zielte darauf ab, umfassende Finanzmanagement-Tools vom Kindesalter bis ins Erwachsenenalter anzubieten und die Mission von GoHenry, weltweite finanzielle Bildung zu fördern, weiter zu stärken.
Unternehmensgründungen wie GoHenry, die sowohl technologiebasierte als auch soziale Innovationen im Finanzsektor anstreben, stehen häufig vor der Herausforderung, ihre Finanzierung sicherzustellen, um nicht nur zu wachsen, sondern sich in einem global wettbewerbsintensiven Markt durchzusetzen. Die richtigen Finanzierungsquellen zu finden, ist für Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Die Vielfalt an verfügbaren Finanzierungsinstrumenten – von Risikokapital über Crowdfunding bis hin zu Inkubatoren und Acceleratoren – bietet eine Vielzahl von Optionen, die je nach Bedarf und Unternehmensziel gewählt werden können.
Unter Risikokapital (Venture Capital) etwa investieren Unternehmen, die in den Wachstumsmarkt einsteigen wollen, in Start-ups mit dem Ziel, im besten Fall von deren Erfolg zu profitieren. Diese Art der Finanzierung geht mit dem Risiko einher, dass nicht jedes Unternehmen das angestrebte Wachstum erreicht. In der Regel stellen Venture-Capital-Gesellschaften nicht nur Kapital zur Verfügung, sondern bringen auch strategische Unterstützung in den Bereichen Unternehmensführung und Marktvernetzung mit. Ein interessantes Beispiel ist die Firma McDonald's, die 2008 ihre Beteiligung an Pret A Manger an die Private-Equity-Firma Bridgepoint verkauft hat, was einen Gewinn von mehr als dem Vierfachen des ursprünglichen Investments einbrachte.
Corporate Venturing, das durch Unternehmen wie Nokia Venture Partners oder die Beteiligung von McDonald’s an anderen Unternehmen bekannt wurde, ist eine weitere Möglichkeit, Kapital zu gewinnen. Bei dieser Form der Finanzierung beteiligt sich ein etabliertes Unternehmen an einem aufstrebenden Unternehmen, um von dessen Innovationen zu profitieren. Dies kann ein strategisches Geschäftsinstrument sein, das den Zugang zu neuen Märkten und Technologien ermöglicht. Anders als beim klassischen Venture Capital, bei dem die Investoren keine direkte operative Kontrolle übernehmen, ist der Fokus hier oft stärker auf Synergien und Innovationspotenzialen ausgerichtet.
Neben Venture Capital gewinnt Crowdfunding zunehmend an Bedeutung. Es stellt eine attraktive Möglichkeit für Gründer dar, um ohne klassische Finanzintermediäre Kapital zu beschaffen. Crowdfunding bietet eine Vielzahl von Modellen, von der Bereitstellung von Eigenkapital über die Vergabe von Darlehen bis hin zu belohnungsbasierten Systemen, bei denen Unterstützer durch Waren oder Dienstleistungen entschädigt werden. Die Geschwindigkeit, mit der Crowdfunding-Kampagnen Gelder sammeln können, ist beeindruckend – das bekannteste Beispiel ist Pebble, das für seine Smartwatches mehr als 20 Millionen Euro gesammelt hat, wobei eine Million Dollar in weniger als einer Stunde erreicht wurden. Die Popularität dieser Finanzierungsquelle ist nicht nur der einfachen Zugänglichkeit, sondern auch der Möglichkeit geschuldet, eine breite Community zu gewinnen, die sich direkt am Unternehmen beteiligt.
Darüber hinaus gibt es spezialisierte Finanzierungsplattformen für Rechnungsfinanzierung, die es Unternehmen ermöglichen, über den Verkauf von offenen Rechnungen kurzfristige Liquidität zu erhalten. Diese Plattformen bieten eine schnelle Finanzierung und erlauben es Unternehmen, nur die Rechnungen zu verkaufen, die sie benötigen. Das Modell ist besonders nützlich für Unternehmen, die in einem Cashflow-Problem stecken, aber dennoch über Forderungen verfügen.
Eine weitere wichtige Quelle für die Finanzierung sind Inkubatoren und Acceleratoren. Diese bieten nicht nur Kapital, sondern auch Mentoring, Netzwerke und Ressourcen, die für die Skalierung eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung sein können. Sie sind besonders in den frühen Phasen eines Unternehmens von Bedeutung, wenn es darum geht, eine skalierbare und nachhaltige Geschäftsstrategie zu entwickeln. Inkubatoren und Acceleratoren sind weltweit zu einer wichtigen Unterstützung für junge Unternehmen geworden. Auch wenn sie häufig als Internetphänomen betrachtet werden, gibt es sie bereits seit den 1980er Jahren und sie sind mittlerweile in zahlreichen Ländern rund um den Globus verbreitet.
Die Vielfalt an Finanzierungsmöglichkeiten zeigt, wie dynamisch und vielfältig die Landschaft der Unternehmensfinanzierung geworden ist. Um jedoch erfolgreich Kapital zu gewinnen, müssen Unternehmen nicht nur die richtige Quelle für ihre spezifischen Bedürfnisse finden, sondern auch verstehen, wie sie ihre Angebote überzeugend präsentieren können. Jede dieser Finanzierungsquellen hat ihre eigenen Anforderungen und Erwartungen, und ein Unternehmen muss in der Lage sein, diese Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig das Vertrauen der Investoren zu gewinnen. Bei Crowdfunding zum Beispiel ist das Vertrauen der Crowd in das Produkt und das Team von entscheidender Bedeutung, da Investoren oft in der ersten Phase den Erfolg eines Unternehmens nur durch die Glaubwürdigkeit des Gründerteams und der Idee einschätzen können.
Wie entsteht ein Geschäftsplan, der Investoren wirklich überzeugt?
Ein Geschäftsplan entfaltet seine Überzeugungskraft erst, wenn Form und Inhalt als organisches Ganzes wirken. Nicht jede Struktur passt zu jedem Vorhaben, doch Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass bestimmte Ordnungsprinzipien den Zugang für Investoren erleichtern. Entscheidend ist, dass der Text lesbar, sauber gesetzt und in seiner äußeren Form so gestaltet ist, dass er Seriosität und Durchdachtheit signalisiert. Breite Ränder, klare Typografie und ein ruhiges Layout wirken nicht nur ästhetisch, sondern schaffen Vertrauen in die Professionalität des Unternehmens.
Der Geschäftsplan beginnt mit einem Deckblatt, das mehr ist als eine formale Hülle. Es vermittelt die Identität des Unternehmens in nuce: vollständiger Name, Anschrift, Telefonnummer, E-Mail und Webpräsenz, ergänzt um den Namen der verantwortlichen Kontaktperson. Diese scheinbar nüchterne Faktensammlung besitzt eine kommunikative Funktion – sie ist die erste Einladung zum Dialog. Der Adressat sollte sich persönlich angesprochen fühlen; eine subtile Individualisierung der Fassungen für unterschiedliche Kapitalgeber zeigt Respekt für deren Perspektive. Ein Logo oder ein visuelles Motiv kann einen ersten Eindruck darüber vermitteln, in welchem geistigen Raum sich das Unternehmen bewegt. Der Hinweis auf Vertraulichkeit und die klare Angabe von Datum und Versionsnummer verdeutlichen, dass dieser Plan eine aktuelle, autorisierte Sicht auf das Unternehmen darstellt.
Die Frage, wie weit der eigene Plan geschützt werden kann, führt unmittelbar zum Thema der Geheimhaltung. Eine Weitergabe sensibler Informationen ohne Absicherung wirkt naiv. Eine Vereinbarung zur Nichtweitergabe – ein klassisches NDA – dient weniger der juristischen Abschreckung als der Markierung der Ernsthaftigkeit, mit der das Unternehmen seine immateriellen Werte schützt. Ein potenzieller Investor versteht dadurch, dass er nicht nur in Geschäftsmodelle, sondern in geistiges Eigentum einblickt, dessen Integrität für die Zukunft des Unternehmens entscheidend ist.
Unmittelbar hinter Titelblatt und Deckblatt steht das Exposé, das sowohl intellektuell als auch psychologisch das Herzstück bildet. Auf ein bis maximal zwei Seiten verdichtet sich die Essenz des gesamten Vorhabens. Ein gut formuliertes Exposé schafft innere Bewegung beim Leser: Es erläutert prägnant, wie weit das Produkt oder die Dienstleistung bereits marktreif ist, welche Erfolge oder Entwicklungsschritte bereits erreicht wurden, welche Kernpersonen das Unternehmen tragen und warum ihr Beitrag unverzichtbar ist. Es beschreibt, was verkauft wird, an wen und mit welchem Vorteil gegenüber bestehenden Alternativen. Marktgröße, Kundenbedarf, Wachstumspotenzial und die strategische Route, die das Unternehmen in naher und weiterer Zukunft beschreiten will, erscheinen in ihrem funktionalen Zusammenhang. Ebenso finden sich die zentralen Finanzgrößen und der konkrete Finanzierungsbedarf. Dieses Exposé ist nicht nur eine Zusammenfassung, sondern ein gedanklicher Kompass: Es strukturiert die Erwartung des Lesers und legt eine interpretative Spur, die über den weiteren Text hinweg trägt.
Darauf folgt ein Inhaltsverzeichnis, das nicht als bloßer Orientierungspunkt, sondern als architektonischer Grundriss wirkt. Es darf weder schwerfällig noch verschachtelt erscheinen; je klarer seine Struktur, desto leichter versteht der Leser die innere Mechanik des gesamten Plans. Die Nummerierung nach Abschnitten erlaubt Flexibilität, ohne die Übersichtlichkeit zu beeinträchtigen. Jedes Element des Plans – Management, Produkte oder Dienstleistungen, Markt und Wettbewerb – erhält seinen eigenen Raum, der zugleich formale Präzision und inhaltliche Fokussierung verlangt.
Die Anhänge bilden schließlich einen Raum für Details, die zwar notwendig, aber für den erzählerischen und analytischen Fluss hinderlich wären. Tabellen, Belege, technische Beschreibungen oder rechtliche Dokumente dürfen den Leser nicht vom Kern der Argumentation ablenken. Die Kunst besteht darin, Wesentliches zu erläutern und zugleich die Tiefe der Informationen zugänglich zu halten, ohne das Hauptnarrativ zu überfrachten.
Wichtig ist, dass ein Geschäftsplan stets ein Instrument der Beziehungsgestaltung bleibt. Der Leser erwartet keine literarische Eleganz, wohl aber gedankliche Klarheit, strategische Reife und die Fähigkeit, Komplexität in eine folgerichtige Struktur zu übersetzen. Ebenso entscheidend ist das Bewusstsein dafür, dass ein Plan nie absolut vollständig sein kann: Er ist eine Momentaufnahme eines dynamischen Prozesses. Wer dies versteht, erkennt auch, dass der Plan weniger eine Beschreibung des Unternehmens ist als dessen argumentativer Ausdruck – ein Spiegel seiner inneren Disziplin, seiner Vorstellungskraft und seiner Fähigkeit, Vertrauen zu erzeugen.

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